Fachbeiträge

Autor: Philipp A. Ziegler,  CEO, MSM Research AG


KI-Projekte verlangen nach viel Expertise (Februar 2019)
Als Hypethema ist die künstliche Intelligenz (KI) seit geraumer Zeit im Markt angekommen und alle Zeichen der aktuellen Entwicklung deuten darauf hin, dass sie sich in den kommenden Jahren als ein auf breiter Basis rasch wachsender Markt materialisieren wird. Es sind zwar aktuell erst rund 8% der im Rahmen unserer neuen Studie befragten Schweizer Unternehmen, welche sich mit dem Thema konkret befassen. Auch die Ausgaben für KI-Projekte im Schweizer Markt 2018 liegen mit knapp 100 Millionen Franken im Vergleich zu den gesamten Spendings für die ICT noch im marginalen Bereich.

Aber bereits 2021 steht die KI für die befragten Verantwortlichen an erster Stelle der Agenda der ICT-Themen. Damit hat sie das Momentum, in den kommenden Jahren zum Game Changer und zu einer der kommenden Kerntechnologien zu werden.  Für viele der befragten Unternehmen ist die Zeit heute noch nicht reif, um sich mit künstlicher Intelligenz tiefer zu beschäftigen resp. einzusteigen. Derzeit rechnet nur jedes fünfte Unternehmen damit, dass KI in der eigenen Branche bereits in den kommenden ein bis zwei Jahren in vollem Umfang Realität wird.

Heute ist es vor allem die fehlende interne Expertise in den Unternehmen sowie der (noch) nicht klar erkennbare, kommerziell messbare Nutzen von KI, das die Unternehmen vom Einstieg in dieses Thema abhält. Die Mehrheit der Unternehmen wartet zudem noch auf aus ihrer Sicht ausgereiftere Technologien und sieht keine dringende Veranlassung, heute schon KI-Lösungen einzuführen.

Der Weckruf ist zwar gehört, die Chancen und mögliche Zielsetzungen in Umrissen bekannt: Mit Blick auf einen künftigen Einsatz entsprechender KI-Lösungen und Echtzeit-Analysen beabsichtigen die Unternehmen in erster Linie eine erhöhte und intelligente Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse und die Schaffung strategischer Marktvorteile durch rasches Reagieren auf kurzlebige Chancen.

Ein Schritt in die richtige Richtung, denn auf den heute zunehmend digitalisierten Märkten dreht sich alles um Reaktionszeiten und das Erkennen von individuellen Kundenbedürfnissen. Die künstliche Intelligenz hämmert hier wuchtig gegen die Tür alter Traditionen. KI kann Unternehmen darin unterstützen, schnell, vor allem aber schneller als der Wettbewerb, auf Veränderungen an der Kunden- und Marktfront zu reagieren. KI hilft, das Leistungsangebot entsprechend individualisiert, personalisiert und damit matchentscheidend auszurichten.

Das Momentum und die Pace der Innovation und zu erwartenden Veränderungen im Markt sind gross und keinesfalls zu unterschätzen. Das was die künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren auf breiter Basis auslösen wird, wird die Marktverhältnisse neu ordnen. Und wie bei allen grossen Veränderungen und sich neu öffnenden Chancen und Risiken für die Marktteilnehmer gilt: Rasch den Stand by Modus verlassen, mit kleinen Schritten und iterativen Schleifen starten und erste Schritte wagen. Denn die Gefahr ist gross, erst einmal abzuwarten, im Stillstand zu verharren und dann (zu) spät und überhastet auf unbekanntes Terrain einzusteigen.


Cloud Computing im Schweizer KMU-Markt 2019 (Januar 2019)

2019 dürften die ICT-Ausgaben der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz nicht mehr auf dem Niveau des Vorjahres zulegen. Wir gehen aktuell davon aus, dass die Zuwachsraten der ICT-Budgets zwar immer noch leicht über denjenigen der Grossunternehmen (ab 500 Mitarbeiter) liegen, aber sich ebenso wie diese im Vergleich zu 2018 leicht abschwächen werden.

 

Wir rechnen 2019 mit einem Anstieg der ICT-Ausgaben im KMU-Markt um 4.6% auf insgesamt 12.15 Milliarden Franken. Dies entspricht einem geringfügigen Rückgang der Wachstumsrate um 0.2% gegenüber 2018. Damit werden im laufenden Jahr von den KMU ihre Budgets zusammengenommen aber immer noch um mehr als 500 Millionen Franken aufgestockt.

 

Einer der zentralen Pfeiler des derzeitigen Wachstums ist der Big Shift, oder auch Paradigmenwechsel im Bereich des ICT-Betriebes, d.h. die zunehmende Verlagerung des Betriebes hin zu externen Dienstleistern. Wir gehen davon aus, dass 2019 die Ausgaben für den traditionellen ICT-Eigenbetrieb der KMU um annähernd 10% sinken, während sie für externe Managed und Cloud Services um rund 17% zulegen werden. Während die Ausgaben für die intern betriebene Informatik der KMU geschrumpft sind, flossen 2018 mehr als 3.7 Milliarden Franken in die Taschen externer Sourcing Dienstleister, und wir gehen aktuell davon aus, dass die entsprechenden KMU-Budgets für Sourcing Services 2019 um rund 17% aufgestockt werden. Die Form des reinen ICT-Eigenbetriebes ist angezählt, das einstige Zentrum der Informatik verliert an Schwerkraft. Die Kompassnadel zeigt in Richtung externe Dienstleistungen, Richtung Cloud Computing und Managed Services.

 

Hybride Umgebungen dominieren bereits heute den ICT-Betrieb in vielen KMU. Entsprechend hoch sind denn hier auch die Anforderungen an den Datenschutz, die Compliance und die ICT-Sicherheit. Das Management dieser gemischten, komplexen Umgebungen stellt höchste Ansprüche an die Verantwortlichen, denn eine einwandfreie Interoperabilität zwischen externer Cloud und On Premise bildet die Grundlage für einen reibungslosen Betrieb.

 

Gerade für Schweizer KMU ist der Sicherheitsaspekt heute einer der wichtigen, wenn nicht entscheidenden Antriebsfaktoren, in die Cloud zu wechseln. Waren es ursprünglich genau diese Sicherheitsbedenken, welche die kleineren und mittleren Unternehmen davon abhielten, sich für einen Wechsel in die Cloud zu entscheiden, sehen sich viele dieser Unternehmen heute kaum mehr in der Lage, die steigenden Sicherheits-, Compliance- oder Betriebsanforderungen zu erfüllen. Externe Cloud-Provider mit ihren Datacenter-Sicherheitskonzepten und Massnahmen bieten einen Standard, welcher die eigenen Mittel und Möglichkeiten übersteigt.


veranstalter

MSM Research AG

Postfach

CH-8201 Schaffhausen

Telefon +41 52 624 21 21

www.msmag.ch

Location

Radisson BLU,

Flughafenstrasse

CH-8058 Zürich-Flughafen

Telefon +41 44 800 40 40

www.radissonblu.com/hotel-zurichairport

Kontakt